| Projekt 18. Jahrhundert "Auf Lessings Spuren"
Wie der Name "18. Jahrhundert - auf Lessings Spuren" bereits sagt, beschäftigt sich das Projekt mit Gotthold Ephraim Lessing, einem der wichtigsten Dichter der Aufklärung. Unsere Arbeit ist ihm als berühmtesten Sohn der Stadt Kamenz und dem Lessingmuseum Kamenz gewidmet. In einer vom Arbeits- und Sozialzentrum Kamenz geförderten Maßnahme mit Mehraufwandsentschädigung für langzeitarbeitslose Hartz IV-Empfänger wird das Projekt mit fachlicher Unterstützung vom Lessingmuseum realisiert.
Gotthold Ephraim Lessing wurde am 22. Januar 1729 in Kamenz als Sohn eines Pfarrers geboren. Anfangs wurde er vom Vater Johann Gottfried Lessing unterrichtet, bis er 1738 die hiesige Lateinschule besuchte. 1741 verließ er Kamenz, um an der Fürstenschule in Meißen unterrichtet zu werden. Im Anschluss studierte er in Leipzig. In dieser Zeit entstanden seine ersten Werke. Er lebte unter anderem in Berlin, Wittenberg und Breslau, wo er eine Stelle als Sekretär annahm. Nach Aufenthalten in Hamburg und Wolfenbüttel sowie zahlreichen Reisen heiratete er 1776 Eva König. Im Dezember 1777 gebar sie einen Sohn der nicht überlebte. Seine Frau starb Anfang des Jahres 1778 am Kindbettfieber. Aufgrund seinem schlechter werdenden Gesundheitszustand verstarb Gotthold Ephraim Lessing am 15. Februar 1781 in Braunschweig.
Die Projektarbeit begann am 01.09.2006 mit Recherchen über Lessings Leben, vor allem über seine Kindheit in Kamenz, seine Familie und deren gesellschaftlichen Stand. Erst durch die Ausrichtung der Kleiderordnung von 1750 erlangten die Projektteilnehmer Kenntnisse der zu verwendeten Stoffen der damals getragenen Kleidung. Weitere Nachforschungen zu Farben, Schnittformen und den damaligen Verarbeitungstechniken waren erfolgreich, um die Kleidung des ca. zehn Jahre alten Lessing detailgetreu anzufertigen.
Die Teilnehmer eigneten sich die verschiedenen Handarbeitstechniken an und fertigten anfangs Übungsstücke. Es wurden Stoffe ausgewählt und Schnittbögen angefertigt, die anschließend auf die Stoffe übertragen wurden. Aus den zugeschnittenen Einzelteilen entstand mittels der vorgeschriebenen Handarbeitstechniken und unter Beachtung der Kleiderordnung Stück für Stück die Kleidung des jungen Lessing.
Im Verlauf des bisherigen Projektes wurden fertig gestellt: - das Hemd mit einer Halsbinde - die Hose - die Weste - das Justaucorps (Jacke) sowie - genähte Strümpfe aus Seide (für besondere Anlässe) und - gestrickte Strümpfe.
Die Firma Schuh-Haaser in Bautzen fertigte aufgrund von weiteren Recherchen die Schuhe nach modegeschichtlichen Vorlagen und ebenfalls unter Berücksichtigung der damaligen Verarbeitungstechniken an.
Die gefertigte Kleidung wird an das Lessingmuseum Kamenz übergeben, um dort öffentlich präsentiert zu werden.
Unsere Projektarbeit soll hinsichtlich Lessings Familie fortgeführt werden. Als nächstes widmen wir uns Lessings Schwester Dorothea Salome, die am 04. Februar 1727 geboren wurde. Sie war die Älteste der zwölf Geschwister und das einzig überlebende Mädchen. Mädchen in der damaligen Zeit genossen nur eine geringe Schulbildung. Bereits mit zwölf Jahren hatte sie die Schule beendet. Ihr war es bestimmt, den Haushalt zu führen und die Eltern im Alter zu pflegen. Sie blieb unverheiratet, so dass sie nach dem Tod der Eltern finanziell und familiär nicht abgesichert war. Aus Briefen zu Gotthold Ephraim Lessing geht hervor, dass er sie gelegentlich finanziell unterstützte. Ihr Onkel nahm sie in sein Haus auf, wo sie eine Handarbeitsschule gründete.
Unter anderem war das Anfertigen so genannter Stickmustertücher zur damaligen Zeit üblich. Stickmustertücher sind Leinenstücke, an denen die verschiedenen Handarbeitstechniken gezeigt wurden und die mit Stickereien unterschiedlichster Motive versehen sind. |